Neue Hundeverordnung in Niedersachsen
Führerschein für Hundebesitzer?
Annähernd 1000 Hundehalter nahmen an dem Protestumzug am 2. August in der City Hannovers teil.
Der Unmut der Teilnehmer richtet sich gegen die Pläne von Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU), das Hundegesetz in Niedersachsen zu verschärfen: Hundebesitzer sollen eine Art „Hundeführerschein“ erwerben, mit dessen Hilfe sie nachweisen sollen, dass sie in der Lage sind, einen Hund verantwortungsvoll und artgerecht zu halten. Betroffen wären Hunde, die eine Schulterhöhe von mehr als 40 cm bzw. ein Gewicht von mehr als 20 kg haben.
Allgemein wurde hier die Ansicht vertreten, dass kein Hund allein wegen seiner Rasse gefährlich sei und eben nicht die Hunde, sondern deren Besitzer die größere Gefahr seien.
Jetzt rudert das Landwirtschaftsministerium zurück: Ein verpflichtender Wesenstest für alle großen Hunde sei in der Gesetzesnovelle ebenso wenig vorgesehen, wie eine Rasseliste.
Die Stellungnahme zur Demo könnte man allerdings als Verhohnepipelung empfinden: „Wir finden es gut, dass die Bevölkerung sich einbringt und auf Aspekte des Geschehens hinweist.“
Bestehendes Kontrollsystem unzureichend?
Statt neue Gesetze zu planen und alberner Sprüche zu klopfen sollte man sich lieber darum bemühen, das bereits bestehende Kontrollsystem endlich konsequent umzusetzen. Dies ist in der Vergangenheit nur unzureichend geschehen. Beispiel: Im Mai hatten in Hildesheim 2 (nicht angeleinte) Rottweiler eine Frau und deren beiden Kleinkinder angefallen. Die Besitzerin der Hunde hat 18 Vorstrafen wegen diverser Drogendelikte und Körperverletzung.



